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Bloody Innocent - Filmposter
Original Title:
Sal-in-eui Kang

South Korea 2009

Genre:
Mystery, Thriller

Director:
Kim Dae-hyeon

Cast:
Kim Da-hyeon
Sin Seong-rok
Hwang In-yeong
Lee Do-hyeong
Jeong Se-in
Lee David


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Bloody Innocent

aka River of Murder, aka Murder River

Story: 1985 besuchen Seung-ho und Dong-sik die Mittelschule und sind gute Freunde. Sie haben sich beide in das Mädchen Myeong-hee verliebt, doch diese wird plötzlich tot aufgefunden. Die Polizei ist überfordert und verdächtigt einen der Schüler, speziell Seung-ho, da sein Regenschirm bei der Leiche des Mädchens gefunden wurde. Schließlich nimmt die Polizei den geistig behinderten Bruder Dong-siks fest, der die Tat begangen zu haben scheint. Dong-sik kann nach den Geschehnissen nicht länger in der kleinen Stadt bleiben und verschwindet.
Sechs Jahre später ist Seung-ho (Kim Da-hyeon) Aktivist in einer Studentenorganisation und wird von der Polizei verhaftet. Im Gefängnis trifft er den Bruder Dong-siks wieder und stellt ihn zur Rede. Kurze Zeit später tötet sich der Insasse selbst. Dong-sik (Sin Seong-rok) interessiert nicht, was Seung-ho seinen Bruder gefragt hat, vielmehr möchte er immer noch wissen, warum der Regenschirm seines Freundes bei Myeong-hee gefunden wurde. Die Narben der Vergangenheit belasten die beiden jungen Männer noch schwer...

Kritik: Mysterykrimis haben immer etwas Faszinierendes an sich, doch häufig ist es schwierig, die richtige Atmosphäre zu erzeugen. "Bloody Innocent" stellt sich hier gar nicht so schlecht an. Doch das ist nicht das Problem des Films. Vielmehr ist es ein amateurhaft geschriebenes Drehbuch, das ein, zwei gute Ideen bereithält, aber davon abgesehen kaum Kohärenz erkennen lässt. Haarscharf droht der Film an mehreren Stellen auseinanderzufallen. Außerdem ist es anfangs sehr schwierig, sich für die Charaktere zu erwärmen. Das ändert sich zwar im Laufe der Handlung tatsächlich, nicht zuletzt dank zwei überzeugender Darsteller, aber es reicht nicht aus, um die offensichtlichen Mängel des Mysterystreifens auszubügeln. Hartgesottene Thriller-Fans mögen aber vielleicht dennoch einen Blick riskieren.

Bloody Innocent - Film Screenshot 11

Ein Lob ist allerdings hinsichtlich des Festhaltens der einzelnen Jahrzehnte auszusprechen. Sei es die etwas verwaschenere Farbgebung, die Klamotten oder die Musik (gerade ein Song brennt sich im Laufe des Films geradezu ins Gehirn), man hat sich hier große Mühe gegeben. Umso negativer fällt einem dafür die schluderige Kameraführung auf. Zu häufig ist die Kamera zu nah am geschehen, speziell während einiger kleiner Schlägereien. Diese sind übrigens äußerst traurig anzusehen, denn sie sind sehr amateurhaft umgesetzt. Im Grunde ist die Regie aber gar nicht schlecht. Unspektakulär, aber den Geschehnissen angemessen. Wenn da eben manchmal nur nicht jene schwer zu verzeihende Kameraführung wäre. Größtes Problem ist aber die Erzählweise.

Bloody Innocent - Film Screenshot 12

"Bloody Innocent" springt durch mehrere Jahrzehnte. Im Durchschnitt springt der Film von 1985 bis 2002 in Fünf-Jahresschritten durch die Geschichte. Das bedeutet selbstverständlich, das immer nur kurz in der jeweiligen Zeitebene verweilt bleiben darf. Dadurch bricht der Thriller häufig beinahe auseinander. Immerhin gelingt es doch irgendwie, dass die beiden Charaktere sich jeder für sich weiterentwickeln. Das ist ansprechend, zumal der Mord zu Anfang auch Jahre später noch das Leben der beiden Männer dominiert und sei es auch nur im Stillen. Zwei gute Darsteller schaffen es weiterhin in einigen Szenen dem Mystery-Thriller seinen Amateur-Charakter zu nehmen und gegen Ende gibt es sogar eine sehr emotionale Szene, die qualitativ in einen besseren Film gepasst hätte.

Man würde es also gar nicht mehr erwarten, aber "Bloody Innocent" kann einen zum Teil auch berühren. Seung-ho und Dong-sik gehen beide anders mit dem gleichen Leid um und ihre Lebenswege schlagen völlig unterschiedliche Richtungen ein. Das ist spannend zu verfolgen, aber irgendwann ist die Luft auch hier raus. Merkwürdigerweise steht die Suche nach dem Mörder zwar klar im Fokus des Geschehens, aber man glaubt irgendwie nicht, dass die Identität des Mörders noch geklärt wird. Zu stark sind hier auch die Parallelen zu "Memories of Murder", besonders in den anfänglichen Szenen hinsichtlich des abgeschiedenen Städtchens und der Polizisten, die alles andere als analytisch und professionell bei der Suche nach dem Mörder vorgehen. Dass der Film sich Vergleiche mit Bong Joon-hos kleinem Meisterwerk gefallen lassen muss, kommt ihm auch nicht zugute.

Bloody Innocent - Film Screenshot 13

Verwirrend ist zu Anfang auch die Erzählweise. Es gibt etliche Rückblenden und man weiß gerade nie, wo bzw. wann man sich befindet. Dann scheint es sogar noch eine Rückblende in einer Rückblende zu geben. Das ist anfangs einfach zu viel des Guten. Die Geschichte ist insgesamt nicht spannend genug erzählt. Das Rätselhafte sucht man in der Mystery-Geschichte ebenso vergebens und auch wenn "Bloody Innocent" mit ein paar überraschend effektiven Szenen immer mal wieder aus seiner Mittelmäßigkeit herausbricht, kann doch nicht geleugnet werden, dass es hier einfach zu schwerwiegende Mängel bei der Erzählweise gibt, als dass man diesen Mystery-Thriller wirklich weiterempfehlen kann. Ein Film, der damit zurecht kaum Aufmerksamkeit bekommen hat.

(Autor: Manfred Selzer)
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