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Rurouni Kenshin - Filmposter
Original Title:
Rurôni Kenshin: Meiji kenkaku roman tan

Japan 2012

Genre:
Action, Fantasy, Drama

Director:
Keishi Ohtomo

Cast:
Takeru Sato
Emi Takei
Yû Aoi
Teruyuki Kagawa
Munetaka Aoki
Yôsuke Eguchi
Kôji Kikkawa
Taketo Tanaka


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Rurouni Kenshin

Story: Himura Kenshin (Takeru Sato) ist ein wandernder Samurai, der vor zehn Jahren maßgeblich daran beteiligt war, die Zeiten des Krieges zu beenden und die friedvolle Meiji-Era einzuleiten. Damals war er einer der rücksichtslosesten Kämpfer und bekam den Namen "Manslayer", doch heute hat er einen Schwur abgelegt, nie wieder zu töten. Als er in Kyoto Kaoru (Emi Takei), die auf der Suche nach einem Mörder ist, der vorgibt Schüler ihrer Kampfschule und der berüchtigte Manslayer zu sein, trifft, überschlagen sich die Ereignisse. Er wird von dem ehemaligen Bekannten und Einsatzleiter der Polizei Saito (Yôsuke Eguchi) gebeten, zu helfen, gegen den Drogenbaron Kanryuu (Teruyuki Kagawa) vorzugehen, der mit Hilfe der Ärztin Megumi (Yû Aoi) das Land mit einer neuen Form des Opiums überfluten will. Kenshin möchte in Frieden leben und lehnt zuerst ab, doch irgendwann kann er nicht mehr tatenlos zusehen, wie das Volk unter Kanryuus Terror zu leiden hat. In seinem Kampf gegen den Drogenbaron bekommt Kenshin unerwartet Hilfe von dem Kämpfer Sanosuke (Munetaka Aoki), aber seinen schwersten Kampf wird er mit Jine (Kôji Kikkawa), einem Mann aus seiner blutigen Vergangenheit, austragen müssen.

Kritik: "Rurouni Kenshin", Nobuhiro Watsukis großartiger Manga mit der mindestens ebenso fantastischen Anime-Umsetzung, erfährt nach etlichen Jahren endlich eine Realverfilmung. Kann man dem Original wirklich gerecht werden? Als einer der größten Skeptiker kann ich beruhigen: "Rurouni Kenshin" ist letzten Endes ein gelungener Action-Film geworden, der zu den besten Anime/Manga-Verfilmungen aus Japan zählt. Allerdings macht das den Film nicht perfekt. Gerade als Fan der Serie wird man unweigerlich Punkte finden, an denen man etwas auszusetzen hat. Ein paar Dinge hätte man eindeutig besser machen können, aber bei genauerer Betrachtung ist man dann doch etwas kleinlich. Denn die Adaption wurde mit viel Liebe zum Detail auf die Leinwand gebracht und dass man bei einer Laufzeit von 135 Minuten enorme Abstriche bei Charakteren und Story, die den ersten Story-Rahmen der Serie umfasst, machen musste, ist einleuchtend.

Besonders dankbar muss man dem Regisseur dafür sein, dass er der Geschichte um den wandernden Samurai, der dem Töten abgeschworen hat, eine ernste Note gibt. Unnötige Slapstick-Momente wie manchmal im Original sucht man vergebens. Was nicht heißt, dass es nicht ab und zu auch ein paar lustige Szenen gibt. Auch Kenshins allseits beliebtes "Oro" hat seinen Weg in den Film gefunden. Kenshin wird anfangs auch als sympathischer Typ dargestellt, aber so gut wie jeder ist ziemlich schnell darüber im Bilde, dass er früher der berüchtigte "Manslayer" war und so trägt Kenshin zu jeder Zeit sein neues, liebenswürdiges Ich als auch seine Vergangenheit als kaltblütiger Killer mit sich herum. Wenn es in einigen Szenen in den Augen des Kriegers kurz aufblitzt, läuft es seinen Gegnern daher kalt den Rücken hinunter.

Einen wichtigen Kritikpunkt gibt es aber dennoch. Das Drama um Kenshins Charakter hätte durchaus weiter ausgearbeitet werden können. Kenshin hat für seine Überzeugung einer besseren Zukunft grausame Dinge in der Vergangenheit getan. Dafür will er nun Buße tun und sein invertiertes Schwert soll ihm dabei helfen. Die Dämonen, die er mit sich herumträgt, werden eigentlich nur in einer Rückblende wirklich offensichtlich, in der gezeigt wird, wie er eine seiner beiden Narben bekam, und diese Rückblende ist äußerst effektiv. Demnach wäre es schön gewesen, zumindest noch den Grund für die andere in einer weiteren Rückblende zu sehen. Vielleicht ist das aber auch nur Jammern auf hohem Niveau, denn letztendlich gibt es gegen Ende auch noch einmal einen inneren Kampf, den Kenshin ausfechten muss, als er gegen Jine antritt. Sein neuer Schwur das Leben nunmehr zu schützen, ohne dabei Blut zu vergießen, erweist sich nämlich selbstverständlich als schwer umsetzbar.

Takeru Sato, der hauptsächlich durch Drama-Serien bekannt geworden ist, spielt Himura Kenshin und er, soviel darf versichert sein, liefert sehr gute Arbeit ab. Sei es in den subtileren Momenten oder in den Kampfszenen, und auch optisch fügt er sich nach kurzer Eingewöhnungszeit gut in seine Rolle. Besonders seine Bewegungen und Eigenheiten wurden mit viel Liebe in den Film transportiert. Ebenso verhält es sich mit Sanosuke, der die nötige physische Präsenz an den Tag legt und mit seiner rabiaten Kampfweise immer wieder das Fan-Herz höher schlagen lässt. Kaoru wird vom Drehbuch zu oft als Jungfrau in Not missbraucht, aber davon abgesehen, dass die Darstellerin etwas zu hübsch für die Rolle ist, ist auch bei ihr nichts auszusetzen. Yahiko hat nur eine kleine Nebenrolle, aber sie fügt sich gut in den Film. Hajime Saito wurde mit Yôsuke Eguchi ("Goemon") gut besetzt, seine "Strecke alles Böse unverzüglich nieder"-Mentalität ist aber nicht wirklich zu sehen - er scheint zu nett. Teruyuki Kagawa ("Kaiji") ist als Bösewicht Kanryuu etwas zu sehr over-the-top, aber so war es auch im Original, also ist auch das kein Kritikpunkt.

Leider braucht "Rurouni Kenshin" gut eine halbe Stunde, bis er etwas in Fahrt kommt. Auch dann gibt es noch Szenen, die durchaus etwas hätten gekürzt werden können. Regisseur Keishi Ohtomo ("The Vulture") fängt seinen Film aber mit wundervoll anzusehenden Bildern ein und hat viele Details der Serie mit eingearbeitet. Kostüme und Auftreten der Personen stimmen und in vielen Belangen hat er sich eng an das Original gehalten. Sanosukes Zanbatou-Schwert als auch Saitos Gatotsu oder die Schenkenbetreiberin sind nur ein paar von den vielen kleinen Geschenken an die Fans. Abstriche muss man dafür bei der Zahl an Charakteren machen. Selbstverständlich ist der Film so schon beinahe überladen mit Charakteren, aber wo zum Teufel ist Aoshi!? Oder die anderen der Oniwabanshu-Gruppe? Außerdem ist nicht ganz klar, warum viele Fantasy-Aspekte ausgelassen wurden, so sind kaum übernatürliche Fähigkeiten zu sehen, aber Jines Paralyse-Blick ist geblieben. Weiterhin will der Soundtrack am Anfang nicht sofort überzeugen, kann aber später seinen Zweck doch erstaunlich gut erfüllen.

Das letzte Drittel des Films ist dann ein einziger Showdown. In den Kämpfen zeigt sich dann die größte Stärke des Films, denn diese sind atemberaubend und perfekt umgesetzt. Kenshins Kampfstil hat seine eigenen Besonderheiten, so wie jene der anderen Charaktere. Kenshin ist unwahrscheinlich schnell und zeigt auch immer wieder die für ihn typische elegante doch eigenwillige Akrobatik, die wir auch aus dem Original kennen. Abwechslungsreiche Kameraperspektiven sorgen in den hervorragend und sorgfältig choreografierten Kämpfen für die nötige Abwechslung. Als Kenshin-Fan kann einem hier nur das Herz aufgehen. Ein entschlacktes Drehbuch, mehr Fokus auf das Drama um Kenshins innere Dämonen und ein paar kleine Fehltritte weniger und "Rurouni Kenshin" hätte eine noch bessere Wertung verdient. Vielleicht haben aber auch nur die allzu hohen Erwartungen ihren Tribut gefordert. Eine zweite Sichtung wird es in der Zukunft zeigen. Dennoch, unter dem Strich ist "Rurouni Kenshin" eine großartige Manga-Verfilmung mit atemberaubenden Kämpfen und tollen Charakteren.

(Autor: Manfred Selzer)
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Herzlichen Dank an Splendids Amazia Label für die freundliche Bereitstellung des Rezensionmaterials.


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