Story: Jin-sung (Song Ji-hyo) und So-hee (Park Han-byeol) sind die besten Freundinnen und gehen zusammen auf
dieselbe Mädchenschule. Zusammen besuchen die beiden außerdem einen Ballettkurs, doch das gemeinsame Hobby soll bald
einen Keil zwischen die zwei treiben. Nur einer im Kurs kann an einer Vorführung teilnehmen, die darüber entscheidet
ob man an einer berühmten russischen Ballettschule weiterlernen kann. In Jin-sung macht sich Neid breit, denn So-hee
ist nicht nur die Hübschere, sondern sie ist auch besser im Balletttanz.
Jin-sung hört von einigen Treppen in der Schule,
die 28 Stufen zählt. Wenn man sich allerdings nur stark genug etwas wünscht erscheint eine 29. Stufe, auf der man
dann seinen Wunsch aussprechen kann. Zuerst hört sich das nur wie ein kleines Märchen an, doch Hye-ju (Jo An), die
immer an Übergewicht gelitten hat, wird plötzlich schlanker und schlanker. Sie erzählt Jin-sung, dass ihr ein
Fuchsgeist auf der 29. Stufe ihren Wunsch erfüllt hat.
Jin-sung sucht die Stufen auf und wünscht sich, dass sie diejenige ist, die zu der Aufführung zugelassen wird. Wie
es jedoch mit Wünschen so ist werden diese nicht ohne einen Preis gewährt. So-hee hat einen Unfall und landet im
Krankenhaus. Die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen bricht auseinander und überdies geschehen noch einige
andere merkwürdige Dinge an der Schule...
Kritik: "Wishing Stairs" ist mittlerweile der dritte Teil der "High School Girl's Ghost Story"- bzw.
"Whispering Corridors"-Reihe und bei Weitem der schlechteste. Das Problem des Films ist dabei eindeutig, dass man
sich gerade gegen Ende zu sehr auf typisch asiatischen Horror versteift, den man so schon einfach zu oft gesehen hat
und der hier deshalb besonders billig wirkt. Die vorigen Teile der Serie mögen zwar mehr subtiles Drama als
Horrorfilm gewesen sein, doch die Filme lebten gerade von der Beziehung der Charaktere und den vielen
sozialkritischen Untertönen. Davon sieht man hier zwar auch ein wenig, aber leider hat man das Gefühl, dass man hier
schon Gesehenes einfach wieder aufgewärmt bekommt. Schlussendlich versagt der Film aber weil er sich als genre-typischer
Horrorfilm präsentiert, der nichts Neues bietet und dabei noch mit einem einschläfernden Tempo zu kämpfen hat.
Dabei fängt der Film gar nicht mal schlecht an. Wir werden in die Freundschaft zwischen Jin-sung und So-hee
eingeführt, lernen ihr Leben an der Mädchenschule kennen und begleiten sie auf ihrer Reise durch den Schulalltag.
Wirklich Außergewöhnliches passiert hier zwar auch nicht, dennoch kann die Art der Freundschaft zwischen den
Mädchen faszinieren, denn sie hat ohne Zweifel auch einen homosexuellen Touch. Das erinnert zwar sehr stark an
"Memento Mori", aber es dauert eine Weile bis wir merken wie sehr sich der Film tatsächlich Anleihen bei seinem
Vorgänger nimmt. Trotzdem bleibt die Beziehung zwischen den zwei die einzige wirkliche Stärke des Films. Es ist
interessant zuzusehen wie die enge Freundschaft der beiden an Neid und Eifersucht zerbricht. Aber dieses Interesse
hält leider nur die erste Hälfte des Films über an.
Irgendwann ab der zweiten Hälfte wandelt Regisseur Yun Jae-yeon nämlich den übersinnlichen Charakter des Films um in
einen billigen Geisterhorror-Abklatsch. Vorher konnte man noch alles, wenn man es denn wollte, den psychischen
Geisteszuständen der Protagonisten zurechnen. Das heißt jede unheimliche Begebenheit an der Schule konnte auch
rein rational erklärt werden. So kann Hye-ju's plötzliche Gewichtsabnahme mit den Pillen erklärt werden, die sie
zu sich nahm und auch die Erfüllung der Wünsche im Allgemeinen, wie z.B. der Unfall bei dem Jin-sung ihre
Freunding die Treppe versehentlich runterwirft können als unterbewusste Handlungen erklärt werden, die eben dafür
sorgen, dass die Wünsche tatsächlich in Erfüllung gehen. Gegen Ende allerdings tauchen dann plötzlich ohne Zweifel
Geister auf, die durch das Schulhaus in bester "Ring"-Manier spuken und dem Zuschauer Angst einjagen sollen. Das
mag aber einfach nicht gelingen...
Während das langsame Tempo anfangs noch der Story angemessen ist, verliert es sich zum Schluss am Ende in ermüdenden
und langatmigen Szenen, die wohl irgendwie gruselig sein sollen, aber einfach nur langweilig wirken. Wenn dann unsere
Protagonistin auch noch sinnlos durch die Korridore eilt, denn mittlerweile hat das Drehbuch auch komplett den Faden
verloren und der Regisseur scheint eh nicht mehr zu wissen was er eigentlich will, und dabei versucht einem Geist zu
entkommen, dann fallen einem schon ab und zu die Augen zu (ein wenig Schlafmangel vorausgesetzt). Fakt ist jedoch,
dass der Film seinen Fokus ab der zweiten Hälfte kontinuierlich verliert und die eigentlich nicht wirklich lange
Laufzeit des Films schon fast ins Unerträgliche hinausgedehnt wird.
Von den Darstellerinnen bekommt man aber zumindest ganz ordentliche Leistungen geboten, auch wenn Jin-sung irgendwie
nicht als Sympathieträgerin dienen kann, denn ihre niederen Gefühle von Neid und Eifersucht lassen das einfach nicht
zu.
Unfreiwillig komisch ist dagegen die Darstellung von Jo An, die das übergewichtige Mädchen Hye-ju verkörpert.
Der Körperanzug in dem sie steckt ist alles andere als überzeugend, doch am schlimmsten ist ihr Schauspiel. Jemanden
mit einem geringen Selbstwertgefühl darzustellen ist die eine Sache, aber ein dickes Mädchen dermaßen dümmlich,
ja fast schon hinterblieben wie hier zu spielen geht dann allerdings sehr stark an dem vorbei was vertretbar ist.
Es scheint fast so als wolle man hier kein gutes Licht auf dicke Menschen werfen. Aber der Subplot um Hye-su und
ihre heimliche Liebe zu So-hee im Gesamten entpuppt sich als wenig originell und fast schon gestellt.
Die emotionaleren und subtilen Szenen zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen sind noch die besten im Film, aber leider
lassen sich diese eben gegen Ende nicht mehr finden.
Vom Schulalltag bekommen wir dann auch recht wenig zu sehen, dafür sind wir dann oft im Ballettstudio zu Gast und
bekommen auch das eine oder andere Tänzchen zu sehen. Von der Atmosphäre ist das Schulsetting eigentlich recht
ansprechend, aber hier hätte man noch viel mehr rausholen können.
"Wishing Stairs" ist ein seichtes Drama, das dann allerdings in billige Horrorfilmgefilde abdriftet und sich dabei
jeglichen klischeehaften Motiven bedient, die man sich nur vorstellen kann. Dabei wirkt der Film gegen Ende dann
fast schon billig und man muss sich unweigerlich fragen, warum man nicht bei dem Drama zwischen So-hee und Jin-sung
geblieben ist und dies einfach mit einer gruseligen Geistergeschichte um Treppen, die einen Wunsch gewähren
verbunden hat. So bleibt "Wishing Stairs" einfach nur ein uneinheitliches Ganzes, das zum billigen asiatischen
Horrorstreifen verkommt und uns aufatmen lässt, wenn endlich der Abspann über den Bildschirm flackert.