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Confession - Filmposter
Original Title:
Joh-eun chin-goo-deul

South Korea 2014

Genre:
Drama, Thriller

Director:
Lee Do-yoon

Cast:
Ji Seong
Joo Ji-hoon
Lee Gwang-soo
Choi Jin-ho
Lee Hwi-hyang
Ki Gook-seo
Jeong Ji-yoon
Jang Hee-jin


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Confession

aka Good Friends

Story: Hyun-tae (Ji Seong) hat den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen, da seine Mutter eine illegale Spielhölle betreibt und sie nicht damit einverstanden ist, dass er eine Taubstumme zur Frau genommen hat. In-cheol (Joo Ji-hoon) und Min-soo (Lee Gwang-soo) sind die besten Freunde Hyun-taes. Min-soo lebt in den Tag hinein und fröhnt dem Alkohol, während In-cheol Spaß daran hat, Min-soo als seinen Prügelknaben zu behandeln. Er arbeitet für eine Versicherungsfirma und ist selbst für einige Fälle von Versicherungsbetrug verantwortlich, weshalb er schon des Öfteren mit dem Ermittler Lee Soo (Choi Jin-ho) aneinandergeraten ist. In-cheol, Min-soo und Hyun-tae gehen durch dick und dünn, seitdem sie in ihrer Schulzeit fast auf einem Berg ums Leben gekommen wären. Eines Tages willigt Hyun-taes Mutter ein, eine Versicherung bei In-cheol abzuschließen. Gleichzeitig will sie mit ihm einen Versicherungsbetrug im großen Stil durchführen. In-cheol holt Min-soo mit an Bord, doch bei dem gestellten Einbruch in die Spielhölle geht etwas schrecklich schief. Die Schuld an dem verhängnisvollen Unfall plagt die beiden Freunde Tag für Tag...

Kritik: Wie viel gute Regie und eine packende Atmosphäre zum Gelingen eines Drama/Thrillers beitragen kann, beweist "Confession". Ein Film, der in die Seele seiner drei Hauptcharaktere blickt und zeigt, wie ein Unglück eine Freundschaft ins Verderben stürzt. Der Realismus, der die Geschehnisse stets begleitet, macht es einem als Zuschauer sehr schwer, irgendjemanden zu verurteilen. Ein echter Bösewicht fehlt hier und so muss man sich auf komplexe Weise mit den Themen Schuld und Freundschaft beschäftigen. Dass "Confession" die meiste Zeit ein Drama ist, sollte daher nicht verwundern, aber wegen seiner sehr düsteren Atmosphäre dürften all jene, die sich gerne Taschentuchdramen ansehen, hier wohl eher an der falschen Adresse sein. Vielmehr handelt es sich um einen gelungenen Blick auf das Zerreißen einer Freundschaft, eben weil diese Freundschaft tief geht.

Confession - Film Screenshot 11

Auch wenn sich der Aufhänger durch Zufälle auszeichnet, hat man diese erst einmal akzeptiert, wird einem klar, dass eigentlich niemand wirklich Schuld an den unglücklichen Geschehnisse hat oder eben jeder der Beteiligten gleich viel Schuld trägt. Die Schuld ist es dann auch, die die zwei Freunde in einen Abgrund blicken lässt, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Hyun-tae gegenüberzutreten, ist für beide Freunde genauso schmerzhaft, aber die beiden gehen unterschiedlich damit um. Hier punktet der Film mit seiner charakter-orientierten Herangehensweise an die Geschichte. Spannend bleibt der Thriller zu jeder Zeit, weil das Verhalten der Individuen realistisch ist und man sich immer fragt, wie diese mit ihrer Schuld umgehen. Von einem waschechten Thriller unterscheidet sich "Confession" letztlich auch dadurch, dass hier niemand über Leichen zu gehen scheint.

Confession - Film Screenshot 12

Großes Lob gebührt dabei den Darstellern. Ji Seong ("Blood Rain") bleibt zwar mit seiner eher vernünftig-kühlen Art im Mittelfeld, aber Lee Gwang-soo ("All About My Wife") besticht durch eine sehr überzeugende Darstellung eines Mannes, der vom Gewicht der Schuld erdrückt wird. Noch etwas komplexer ist der Charakter In-cheols. Er begeht zwar Versicherungsbetrug, ist aber kein knallharter Krimineller ohne Gewissen. Joo Ji-hoon ("Antique") kann die verschiedenen Facetten seines Charakters sehr gut zur Schau stellen. Dass In-cheol seinen Freund ständig ärgert und es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt, macht ihn zu keinem bösen Menschen per se, dennoch ist natürlich vom Drehbuch beabsichtigt, dass wir uns fragen, wie weit er letztlich gehen wird.

Bei all den Gesichtern, die direkt aus diversen Drama-Serien entnommen zu sein scheinen, wundert es, wie düster der Film letztendlich ist. Das gibt den dramatischen Momenten aber auch ein besonderes Gewicht. Neben den guten darstellerischen Leistungen, ist es auch der Regie zu verdanken, dass einige Szenen sehr intensiv auf den Zuschauer wirken. Regisseur Lee Do-yoon überrascht in seinem Debütwerk mit einigen ungewöhnlichen, aber effektiven Kameraeinstellungen und komponiert seine Bilder visuell äußerst überzeugend. Außerdem vermag er es seiner Geschichte stets einige Entwicklungen zu geben, die das Tempo nicht abflachen lassen. Nicht zuletzt deswegen hat man das Gefühl, hier einen Thriller zu sehen, obwohl man im Nachhinein doch eher dazu tendiert, "Confession" als ein Drama zu betiteln. Dafür sorgt ebenso das düstere Ende.

Confession - Film Screenshot 13

Einen großen Reiz gewinnt der Film durch seine Charaktere, die nach und nach weitere Ebenen ihrer Persönlichkeit preisgeben. Es ist auch recht beeindruckend, dass man zu den Personen durchweg ein emotionales Band aufbauen kann. Normalerweise haben Thriller dieser Art das Problem, dass sich niemand als Bezugsperson anbietet. Das Ende des Films mag zwar vielleicht etwas künstlich wirken, aber die Regie, die Darsteller und die düstere Atmosphäre arbeiten dem Drama/Thriller so sehr in die Hände, dass man darüber getrost hinwegsehen kann. Zumal einige Szenen wahrlich zu Tränen rühren können. "Confession" ist damit ein außergewöhnlicher Drama/Thriller-Hybrid, der das Talent von Regisseur Lee Do-yoon unter Beweis stellt. Es lohnt sich also zukünftig die Augen nach weiteren Werken Lees aufzuhalten.

(Autor: Manfred Selzer)
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